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Strategie & Governance

WithSecure: B2B-Security nach der F-Secure-Trennung

Von Alec Chizhik · 21. Juli 2026 · 5 Minuten Lesezeit

WithSecure ist seit dem 1. Juli 2022 die B2B-Abspaltung von F-Secure. Elements, Co-Security und ein europäischer Datenschutz-Fokus sollen Security-Teams ohne eigenes SOC eine belastbare Alternative zu US-Pure-Plays geben.

Das Wichtigste in Kürze

  • WithSecure entstand am 1. Juli 2022 durch die Aufspaltung von F-Secure in eine B2B-Sparte (WithSecure) und eine Consumer-Sparte (F-Secure).
  • Die modulare Elements-Plattform umfasst Endpoint Security, Identity Security, Exposure Management, Collaboration Protection und Cloud Security.
  • 80 Prozent aller Datenschutzverletzungen gehen auf Fehlkonfigurationen oder schlecht verwaltete Zugangsdaten zurück (Gartner).
  • Die durchschnittlichen Kosten eines Datenvorfalls in Multi-Cloud-Umgebungen liegen bei rund 4,5 Millionen Euro (IBM Cost of a Data Breach Report, umgerechnet).

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80 %
aller Datenschutzverletzungen gehen auf Fehlkonfigurationen oder schlecht verwaltete Zugangsdaten zurück
Quelle: Gartner, Cloud Security Report

Von F-Secure zu WithSecure: Warum die Trennung?

Was ist WithSecure? WithSecure ist der 2022 aus F-Secure ausgegliederte europäische B2B-Security-Anbieter. Die modulare Elements-Plattform bündelt Endpoint, Identity, Exposure Management und Cloud Security – ergänzt um Co-Security mit eigenen Analysten.

Die Geschichte beginnt 1988 in Helsinki, als Petri Allas und Risto Siilasmaa F-Secure gründeten: eines der ersten Antivirus-Unternehmen Europas. 34 Jahre später vollzog das Unternehmen den größten strategischen Wandel seiner Geschichte. Am 1. Juli 2022 wurde die Aufspaltung in WithSecure (B2B) und F-Secure (Consumer) wirksam.

Der Grund: Der Consumer-Markt für Antivirensoftware schrumpft. Betriebssysteme wie Windows 11 bringen starken Basisschutz mit. Im B2B-Segment dagegen explodiert die Nachfrage nach spezialisierten Detection-and-Response-Lösungen. Die Trennung erlaubt WithSecure, sich vollständig auf Unternehmenskunden und Endpoint Protection für den Mittelstand zu konzentrieren.

„In a world where cyber security is not just a technical challenge but also a geopolitical one, we believe that how and where technology is built truly matters. Our strategy is to become a flagship for European cyber security.“
Antti Koskela, CEO WithSecure (Annual Report 2024)

WithSecure Elements: Die Plattform

Das Kernprodukt ist WithSecure Elements, eine modulare Cloud-Plattform mit fünf Säulen:

Die durchschnittlichen Kosten eines Datenvorfalls in Multi-Cloud-Umgebungen lagen laut IBM Cost of a Data Breach Report zuletzt bei rund 4,5 Millionen Euro. Fehlkonfigurationen verursachen laut Gartner 80 Prozent aller Sicherheitsverletzungen in Cloud-Umgebungen. Plattformen wie WithSecure Elements setzen genau hier an: Sie identifizieren Schwachstellen, bevor sie ausgenutzt werden.

Co-Security als Geschäftsmodell

WithSecure verfolgt ein partnerschaftliches Modell: Unternehmen und MSSPs arbeiten direkt mit WithSecure-Analysten zusammen. Statt Black-Box-Produkte zu verkaufen, bietet das Unternehmen Zugang zu finnischem Security-Know-how, inklusive Threat Intelligence aus eigener Forschung.

WithSecure Labs hat in den letzten Jahren mehrere bedeutende Entdeckungen gemacht, darunter neue Angriffstechniken gegen Microsoft Office 365 und Schwachstellen in industriellen Steuerungssystemen. Die Forschungsergebnisse fließen direkt in die Produkte ein und stehen Partnern als Teil des Co-Security-Modells zur Verfügung.

Key Facts

Gründung: 1988 als F-Secure, Aufspaltung am 1. Juli 2022

Hauptsitz: Helsinki, Finnland

Mitarbeiter: rund 1.000 weltweit

CEO: Antti Koskela (seit Juli 2024)

Status: Ende 2025 durch CVC Capital und Gründer Risto Siilasmaa privatisiert (ehemals Nasdaq Helsinki: WITH)

Fokus: Cloud-native B2B-Security mit Co-Security-Modell und europäischer Datensouveränität

Für Unternehmen, die ihre Zero-Trust-Strategie aufbauen oder ihre Cyber-Versicherung erneuern wollen, bietet WithSecure Elements einen modularen Einstiegspunkt. Die NIS2-Richtlinie, seit Dezember 2025 in Deutschland verbindlich, macht professionelle Detection-and-Response-Fähigkeiten für viele Unternehmen zur Pflicht.

Häufige Fragen

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Was ist der Unterschied zwischen WithSecure und F-Secure?

WithSecure bedient ausschließlich Geschäftskunden und Partner (MSSPs). F-Secure bleibt als eigenständiges Unternehmen für den Consumer-Markt bestehen. Die Aufspaltung wurde am 1. Juli 2022 wirksam. Beide Unternehmen teilen die gemeinsame Herkunft, operieren aber seit der Trennung vollständig unabhängig.

Für welche Unternehmensgröße eignet sich WithSecure Elements?

Die Plattform ist modular und skaliert vom Mittelstand bis zum Großunternehmen. Besonders stark ist das Angebot für Unternehmen, die keinen eigenen SOC betreiben und über das Co-Security-Modell auf WithSecure-Analysten zugreifen wollen.

Was bedeutet Co-Security?

Co-Security ist WithSecures partnerschaftlicher Ansatz: Statt nur Software zu lizenzieren, arbeiten Kunden und Partner direkt mit WithSecure-Sicherheitsexperten zusammen. Das Modell kombiniert Technologie mit menschlicher Expertise und Threat Intelligence aus der eigenen Forschung.

Welche Cloud-Zertifizierungen sollte man bei Security-Anbietern beachten?

ISO 27001, SOC 2 Typ II und BSI C5 sind die wichtigsten. Für EU-Datenschutz ist zusätzlich relevant, ob der Anbieter Daten innerhalb der EU verarbeitet. WithSecure positioniert sich bewusst als europäischer Anbieter mit Fokus auf Datensouveränität.

Warum wurde WithSecure Ende 2025 privatisiert?

CVC Capital Partners und Mitgründer Risto Siilasmaa haben WithSecure per Tender Offer zum Preis von 1,70 Euro pro Aktie übernommen. Die Privatisierung soll dem Unternehmen ermöglichen, langfristige Investitionen in Forschung und Produktentwicklung zu tätigen, ohne dem Quartalsrhythmus börsennotierter Unternehmen zu unterliegen.

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