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Deepfake-Betrug im Unternehmen: Wie KI-generierte Stimmen und Videos Millionen kosten

Von Benedikt Langer · 8. März 2026 · 4 Minuten Lesezeit

Eine vertraute Stimme am Telefon oder ein bekanntes Gesicht im Videocall reichen nicht aus, um eine Zahlungsanweisung zu bestätigen. Kriminelle können mit KI erzeugte Inhalte nutzen, um Führungskräfte nachzuahmen und Beschäftigte zu Überweisungen zu bewegen. Der Jahresbericht 2025 des FBI widmet KI-gestütztem Betrug erstmals einen eigenen Abschnitt. Unabhängige Rückrufe und verbindliche Freigaben erschweren solche Angriffe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stimmen und Videos können täuschen. KI-generierte Inhalte lassen sich mit gefälschten Zahlungsanweisungen kombinieren.
  • Rückrufe brauchen einen geprüften Kontakt. Kontaktdaten aus der verdächtigen Nachricht eignen sich dafür nicht.
  • Freigaben müssen auch unter Zeitdruck gelten. Zuständigkeiten, Kontrollschritte und Meldewege gehören vor einem Vorfall festgelegt.

Wie Deepfake-Betrug abläuft

Bei einem Deepfake werden etwa Stimme oder Aussehen einer Person künstlich nachgebildet. Für einen Betrugsversuch kann eine gefälschte Nachricht im Namen einer Führungskraft eine Überweisung verlangen. Ein anschließender Anruf mit nachgeahmter Stimme kann die Anweisung glaubwürdiger erscheinen lassen.

Solche Methoden können Teil von Business Email Compromise sein. Dabei versuchen Kriminelle, über täuschende geschäftliche Kommunikation Geldtransfers auszulösen. Der IC3-Jahresbericht des FBI für 2025 führt KI-gestützten Betrug 2025 erstmals in einem eigenen Abschnitt. Die Zahlen beruhen auf Anzeigen beim FBI und bilden den tatsächlichen Schaden nur teilweise ab.

Zahlungen unabhängig prüfen

Unternehmen sollten festlegen, wer Zahlungen anweisen und wer sie freigeben darf. Eine zweite autorisierte Person prüft Empfänger, Betrag und Anlass anhand der vorhandenen Unterlagen. Das gilt auch bei angeblich vertraulichen oder besonders dringenden Aufträgen. Freigabegrenzen und Vertretungsregeln legt das Unternehmen nach seinem Risiko fest.

Änderungen von Bankverbindungen und ungewöhnliche Zahlungswünsche werden über einen unabhängig geprüften Kontakt bestätigt. Dafür eignet sich etwa ein selbst initiierter Rückruf über eine bereits hinterlegte Nummer. Eine Nummer aus der verdächtigen E-Mail oder dem Anruf genügt nicht. Das FBI empfiehlt einen zweiten Kanal, um Änderungen von Kontodaten zu verifizieren.

Beschäftigte in Finanzabteilung, Einkauf und Assistenz sollten wissen, wie sie eine verdächtige Anweisung melden und eine Freigabe bis zur Klärung aussetzen können. Übungen helfen, diese Abläufe zu prüfen.

Erkennung und Reaktion im Verdachtsfall

Ungewöhnlicher Zeitdruck, Geheimhaltungsforderungen oder eine Abweichung vom üblichen Zahlungsprozess sind Anlass für eine Prüfung. Umgekehrt beweist eine vertraut klingende Stimme keine Echtheit. Technische Erkennung kann Hinweise liefern; die Zahlungsfreigabe sollte weiterhin an unabhängige Kontrollen gebunden sein.

Bei Verdacht sollte die angeforderte Zahlung gestoppt und der interne Sicherheits- oder Meldeweg eingeschaltet werden. Ist bereits Geld abgeflossen, muss das Unternehmen umgehend seine Bank kontaktieren und um Prüfung einer möglichen Rückholung bitten. Nachrichten, Zahlungsdaten und Anrufinformationen sollten für die Untersuchung gesichert werden.

Häufige Fragen

Jede Frage ist verschlossen. Ein Tippen entriegelt die Antwort.

Wie lässt sich ein verdächtiger Anruf prüfen?

Das Gespräch beenden und die angebliche Kontaktperson über eine bereits bekannte, unabhängig geprüfte Nummer zurückrufen. Zahlungsanweisungen bleiben bis zur regulären Freigabe ausgesetzt.

Reicht eine Videokonferenz als Freigabe?

Eine Videokonferenz sollte die festgelegte Zahlungsprüfung nicht ersetzen. Empfänger, Betrag und Anlass gehören über den vorgesehenen Freigabeweg kontrolliert.

Ist Deepfake-Betrug strafbar?

In Deutschland kann ein solcher Angriff die Voraussetzungen des § 263 StGB erfüllen. Auch der Versuch ist strafbar. Welche Tatbestände vorliegen, hängt vom Einzelfall ab.

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Bildquelle: KI-generiert (November 2026)

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