5,10 € – mehr gibt es nicht für die IT-Sicherheit
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Die meisten Deutschen geizen bei der IT-Sicherheit und geben nur wenige Euro im Monat dafür aus. Privat hapert es daher oft schon an den einfachsten Sicherheitsmaßnahmen. Das zeigt eine neue Bitkom-Studie.
Das Wichtigste in Kürze
- 5,10 Euro/Monat: So wenig geben Deutsche im Schnitt für die IT-Sicherheit ihrer privaten Geräte aus.
- 56 Prozent investieren sogar weniger als 5 Euro monatlich.
- Updates vernachlässigt: Nur 30 Prozent reagieren sofort auf Sicherheits-Updates, 5 Prozent updaten nie.
- Überforderung: Nur 37 Prozent trauen sich zu, ihre Geräte ausreichend zu schützen.
- Hilfe unbekannt: 54 Prozent wissen nicht, an wen sie sich bei einem Cyberangriff wenden können.
Der Schutz privater Geräte wie Smartphones oder Laptops ist den Deutschen im Schnitt nur 5,10 Euro im Monat wert, in über der Hälfte aller Fälle (56 Prozent) sogar weniger als 5 Euro. Ein Viertel der für eine Bitkom-Studie befragten 1.021 Personen (ab 16) geben 5 bis 10 Euro pro Monat für die IT-Sicherheit ihrer privaten Geräte aus, neun Prozent sogar 11 bis 20 Euro.
Drei Prozent der Befragten verlassen sich nur auf kostenlose IT-Sicherheitsmaßnahmen, ebenfalls drei Prozent verzichten sogar ganz auf Antiviren-Software auf ihrem PC oder einen VPN-Zugang für ihr Smartphone.
Bei Online-Banking nicht sparen
„Die Hersteller der Smartphone- und Computer-Betriebssysteme haben in der Vergangenheit viele Schutzfunktionen integriert. Dennoch sollte jeder zumindest seine Sicherheitseinstellungen prüfen und überlegen, an welchen Stellen auch kostenpflichtige Dienste einen Mehrwert bieten können – insbesondere, wenn die Geräte für sensible Aufgaben wie etwa Online-Banking verwendet werden“, betont Felix Kuhlenkamp, IT-Sicherheitsexperte bei Bitkom.

Wie der Branchen- und Digitalverband feststellt, hapert es oft schon an den einfachsten Sicherheits- oder Schutzmaßnahmen. Dazu gehören regelmäßige Software-Updates, um Sicherheitslücken zu schließen. 30 Prozent der Befragten reagieren immerhin sofort auf solche Update-Angebote, 35 Prozent aktualisieren die Software ihrer Geräte regelmäßig, 20 Prozent unregelmäßig, 6 Prozent nur, wenn Probleme auftreten, 5 Prozent nie.
Auf die Frage, wie oft sie ihre persönlichen Konten auf verdächtige Aktivitäten überprüfen, sagten 29 Prozent der an der Studie Beteiligten einmal pro Woche, 27 Prozent einmal im Monat, 24 Prozent seltener als einmal monatlich, sieben Prozent so gut wie nie, nur zehn Prozent täglich.
Cyberkriminellen nicht Tür und Tor öffnen
Kuhlenkamp kommentiert das mit den Worten: „So wie man zu Hause nicht Fenster und Türen offenlässt, so sollte man auch Smartphone und Computer vor unbefugten Eindringlingen schützen. Dazu gehört sowohl die Nutzung aktueller Softwareversionen als auch der Einsatz geeigneter Schutzsoftware gegen Phishing-Mails und Schadsoftware. Ebenso wichtig ist die regelmäßige Kontrolle von Accounts und Geräten auf verdächtige Aktivitäten.“
Viele sehen sich der Umfrage zufolge aber auch schlicht überfordert. Nur 37 Prozent halten sich selbst für in der Lage, ihre Geräte ausreichend vor Cyberangriffen zu schützen. 54 Prozent wissen nicht, an wen sie sich wenden können, wenn sie selbst Opfer solcher Attacken werden.
Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) gab aber an, eine Fortbildung in Cybersicherheit zu machen, um sich besser vor Angriffen und Malware schützen zu können. Das letztere Ergebnis überrascht, könnte aber auch der Situation der Umfrage geschuldet sein. Kuhlenkamp verweist indes darauf, dass neben der Möglichkeit von Online-Kursen auch Volkshochschulen Cybersicherheit im Lehrplan haben. „Wer sich schlecht vorbereitet fühlt, sollte sich dort anmelden“, sagt der Bitkom-Experte.
Privat unsicher, beruflich riskant
Die Nachlässigkeit im Privaten hat direkte Auswirkungen auf die Unternehmenssicherheit. In Zeiten von Homeoffice und Bring Your Own Device (BYOD) verschwimmen die Grenzen. Ein privates Smartphone ohne aktuellen Virenschutz, das auch für geschäftliche E-Mails genutzt wird, ist ein offenes Einfallstor. Unternehmen, die keine klare BYOD-Policy haben, setzen sich damit unkalkulierbaren Risiken aus.
Die Bitkom-Zahlen zeigen ein systemisches Problem: Wenn die Mehrheit der Bevölkerung ihre Geräte nicht ausreichend schützt, entsteht ein breites Angriffsziel für Cyberkriminelle. Phishing-Mails, Credential Stuffing und Social Engineering funktionieren vor allem dort, wo grundlegende Schutzmaßnahmen fehlen.
Was grundlegender Schutz tatsächlich kostet
Die gute Nachricht: Effektiver Basisschutz muss nicht teuer sein. Betriebssysteme wie Windows, macOS und Android bringen bereits Sicherheitsfunktionen mit – der Windows Defender etwa bietet soliden Grundschutz kostenlos. Entscheidend ist aber, diese Funktionen aktiv zu nutzen und richtig zu konfigurieren. Wer sensible Aufgaben wie Online-Banking, Cloud-Speicher oder Passwort-Management nutzt, sollte in Premium-Lösungen investieren. Ein guter Passwort-Manager kostet 3-5 Euro im Monat, ein VPN-Dienst 5-10 Euro, eine umfassende Security Suite 5-8 Euro.
Key Facts auf einen Blick
Durchschnittliche Ausgaben: 5,10 Euro/Monat für private IT-Sicherheit
Unter 5 Euro: 56 Prozent der Befragten
Kein Schutz: 3 Prozent verzichten komplett auf Sicherheitssoftware
Sofort-Updater: Nur 30 Prozent, 5 Prozent updaten nie
Selbsteinschätzung: Nur 37 Prozent fühlen sich ausreichend geschützt
Hilflos bei Angriff: 54 Prozent wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen
Stichprobe: 1.021 Personen ab 16 Jahren (Bitkom 2025)
Fakt: Laut Bitkom investieren deutsche KMU im Schnitt nur 7 Prozent ihres IT-Budgets in Cybersecurity – Experten empfehlen mindestens 15 Prozent.
Fakt: IBM beziffert die durchschnittlichen Kosten einer Datenpanne in Deutschland 2024 auf 4,9 Millionen Euro – ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Häufige Fragen
Wie viel geben Deutsche für IT-Sicherheit aus?
Im Schnitt nur 5,10 Euro pro Monat. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) gibt sogar weniger als 5 Euro aus. Drei Prozent nutzen ausschließlich kostenlose Tools, weitere drei Prozent verzichten komplett auf Schutz.
Reichen die eingebauten Schutzfunktionen von Betriebssystemen?
Für den Grundschutz ja – Windows Defender, Apple XProtect und Google Play Protect bieten solide Basisfunktionen. Wer aber Online-Banking nutzt, sensible Daten speichert oder beruflich am Gerät arbeitet, sollte zusätzlich in Passwort-Manager, VPN und erweiterte Security-Suiten investieren.
Warum sind regelmäßige Updates so wichtig?
Sicherheits-Updates schließen bekannte Schwachstellen, die Angreifer aktiv ausnutzen. Wer Updates verzögert oder ignoriert, lässt diese Türen offen. Trotzdem reagieren nur 30 Prozent der Deutschen sofort auf Update-Angebote – 5 Prozent aktualisieren ihre Software nie.
Was sollte man bei einem Cyberangriff tun?
Sofort das betroffene Gerät vom Netzwerk trennen, Passwörter ändern (von einem anderen Gerät aus) und den Vorfall dokumentieren. Anlaufstellen sind die Polizei (Cybercrime-Meldestelle), das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) und der eigene IT-Dienstleister oder Internet-Provider.
Warum ist privater IT-Schutz auch für Unternehmen relevant?
Durch Homeoffice und BYOD-Richtlinien nutzen viele Mitarbeiter private Geräte auch beruflich. Ein ungeschütztes Privatgerät kann zum Einfallstor ins Unternehmensnetzwerk werden. Unternehmen brauchen daher klare BYOD-Policies und sollten Mitarbeiter für grundlegende Sicherheitsmaßnahmen sensibilisieren.
Weiterführende Lektüre im Netzwerk
Passwort-Sicherheit im Detail: Jeder Vierte benutzt bewusst einfache Passwörter (Security Today)
Cloud-Sicherheit und SaaS-Schutz: cloudmagazin.com
Cybersecurity als Business-Faktor: mybusinessfuture.com
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