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Case Studies

Google baute Jahre an den Zero-Trust-Grundlagen

Von Alec Chizhik · 23. Oktober 2026 · 5 Minuten Lesezeit

Für die meisten Grundlagen von Google BeyondCorp, einem Sicherheitsmodell mit Zugriffsentscheidungen nach Nutzer und Gerät, brauchte Google mehrere Jahre. Im Juni 2019 verbesserte das Unternehmen die Umsetzung weiterhin. Anderen Organisationen riet Google zu einem kleinen Einstieg. Die Ausweitung folgt erst nach geprüfter Zuverlässigkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google benötigte mehrere Jahre für die meisten Grundlagen von BeyondCorp. Im Dezember 2014 lief die Migration noch, im Juni 2019 verbesserte Google die Umsetzung weiterhin.
  • Der Rollout wuchs stufenweise aus einem lokalen Pilotprojekt. In den Monaten vor dem Sommer 2017 entfielen 0,3 Prozent aller von Googles technischem Support bearbeiteten Probleme auf BeyondCorp.
  • Unzuverlässige Mitarbeiter- und Gerätedaten konnten falsche Zugriffsentscheidungen auslösen. Google bereinigte seine Daten vor folgenreichen Änderungen.

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Ausgangslage bei Google

Vor BeyondCorp schützte Google seine internen Systeme über einen Netzwerkperimeter. Gemeint ist die klassische Abschottung, bei der das Firmennetz als vertrauenswürdige Zone gilt und Beschäftigte von außen per VPN zugreifen, also über einen verschlüsselten Tunnel ins Unternehmensnetz.

Rückblickend begründete Google den Umbau im Juni 2019 mit Produktivitätsproblemen beim VPN-Zugriff, mit der zunehmenden Nutzung der Cloud sowie mit verwundbaren oder kompromittierten Geräten innerhalb des Perimeters. Die Antwort hieß BeyondCorp, Googles Umsetzung von Zero Trust. Der Begriff steht für ein Modell, das dem internen Netz kein Grundvertrauen einräumt.

Im Stand vom Dezember 2014 authentifizierte, autorisierte und verschlüsselte BeyondCorp Unternehmenszugriffe anhand des Gerätezustands und der Zugangsdaten des Nutzers. Der Netzwerkstandort, an dem der Perimeter ansetzt, war für diese Entscheidung unerheblich.

Was ist Zero Trust? Zero Trust bezeichnet ein Sicherheitsmodell, das Zugriffe auf Unternehmenssysteme nicht allein deshalb erlaubt, weil sie aus dem internen Netz kommen. Jede Zugriffsentscheidung stützt sich auf Merkmale wie die Identität des Nutzers und den Zustand seines Geräts. Googles BeyondCorp setzte dieses Prinzip im Stand vom Dezember 2014 mit Prüfungen von Gerätezustand und Nutzerzugangsdaten um.

Zeitachse der Umstellung

Im Dezember 2014 lief die Migration noch. Als verbleibende Herausforderung galten Fat-Client-Anwendungen mit proprietären Protokollen. Das sind lokal installierte Programme, die über herstellereigene Kommunikationswege mit ihren Servern sprechen. Google fasste sie unter einer langen Reihe verbleibender Arbeitsabläufe zusammen.

Im Sommer 2017 beschrieb Google den Rollout als Abfolge von Stufen. Er begann mit einem lokalen Pilotprojekt und reichte bis zu riskanteren Arbeitsabläufen und entfernten Standorten. Geschäftskritische Abläufe migrierte Google erst, nachdem die Vorstufen erfolgreich verlaufen waren.

Im Juni 2019 zog Google Bilanz. Für die meisten Grundlagen hatte das Unternehmen mehrere Jahre gebraucht. Zu diesem Zeitpunkt verbesserte Google die Umsetzung weiterhin.

Entscheidungen und Rückhalt der Führung

Früh im Projekt sicherte sich Google die Unterstützung der eigenen Führung. Diese Zustimmung überprüfte das Unternehmen im weiteren Verlauf fortlaufend neu.

Eine zweite Entscheidung betraf die Datenbasis. Unzuverlässige Mitarbeiter- und Gerätedaten konnten in BeyondCorp falsche Zugriffsentscheidungen auslösen und die Verwundbarkeit erhöhen. Google bereinigte seine Daten, bevor es folgenreiche Änderungen vornahm.

Nach Angaben von InformationWeek vom April 2016 machten Google fehlerhafte Gerätekennungen zu schaffen sowie Inventardaten, die nach Reparaturen veraltet waren. Inventardaten sind die Einträge im Geräteverzeichnis eines Unternehmens. Google reagierte mit verbesserten Arbeitsabläufen, automatisierter Prüfung der Eingaben und doppelter Erfassung nach dem Vorbild der doppelten Buchführung.

Ergebnis und Betriebsfolgen

In den Monaten vor dem Sommer 2017 entfielen 0,3 Prozent aller Probleme, die Googles technischer Support bearbeitete, auf BeyondCorp. Die lange Einführung verband sich bei Google so mit einer schrittweisen Ausweitung und einem begrenzten Anteil migrationsbedingter Supportfälle.

Mit dem Modell wuchs die Bedeutung der zentralen Infrastruktur. Weil jede Anfrage diese Dienste durchlief, mussten Googles zentrale BeyondCorp-Systeme global zuverlässig und ausfallsicher arbeiten. Beeinträchtigungen trafen die Produktivität der Beschäftigten.

Folgerungen für CISOs im DACH-Raum

Aus dem Verlauf bei Google und den Empfehlungen von Google und NIST ergeben sich vier Folgerungen für Sicherheitsverantwortliche in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Häufige Fragen

Jede Frage ist verschlossen. Ein Tippen entriegelt die Antwort.

Wie ging Google mit Arbeitsabläufen um, die noch nicht zu BeyondCorp passten?

Bis Dezember 2014 hatte Google einen Prozess für befristete Migrationsausnahmen eingerichtet. Nutzer konnten darüber Arbeitsabläufe geltend machen, die noch nicht mit BeyondCorp kompatibel waren. Voraussetzung war eine entsprechende Genehmigung.

Was gehört vor Zero Trust in die Bestandsaufnahme?

Nach Empfehlung von NIST vom August 2020 sollen Organisationen vorab Geräte und andere Ressourcen, Nutzer, Geschäftsprozesse, Verkehrsflüsse und Abhängigkeiten identifizieren und katalogisieren. Diese Erfassung bildet nach NIST eine Grundkompetenz vor der Einführung.

Löst Zero Trust den klassischen Perimeter vollständig ab?

Nach Erwartung von NIST vom August 2020 werden die meisten Unternehmen auf unbestimmte Zeit in einem hybriden Betrieb aus Zero-Trust- und perimeterbasierten Verfahren arbeiten. Die Einführung soll nach NIST schrittweise erfolgen.

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