Sicherheitslücke Homeoffice – Cyberkriminellen auf der Spur
ESET hat den Threat Report für das dritte Quartal 2020 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen: Die Cyberkriminellen konzentrieren ihre Angriffe auf Mitarbeiter um Homeoffice. Über 7,1 Millionen Angriffe auf Heimarbeiter im DACH-Raum verzeichnet der Report – eine Steigerung von rund 390 Prozent zum zweiten Quartalsbericht 2020.
Das Wichtigste in Kürze
- Über 7,1 Millionen Angriffe auf Heimarbeiter im DACH-Raum verzeichnet der Report – eine Steigerung von rund 390 Prozent zum zweiten Quartalsbericht 2020.
- „Ein Zuwachs von 390 Prozent seit März zeigt eindringlich, dass Kriminelle diese Schwäche vieler Unternehmen erkannt haben und diese massiv ausnutzen.
- Hier müssen IT-Verantwortliche umgehend handeln.“ Über 7,1 Millionen Angriffe täglich auf das RDP-Protokoll Die Ergebnisse einer aktuellen ESET Umfrage setzen 26 Prozent ihrer Mitarbeiter im Home-O…
- Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz kam es im September zu durchschnittlich rund 7,1 Millionen Angriffen auf das Remote-Desktop-Protokoll (RDP).
Cyberkriminelle spezialisieren ihre Angriffe auf das Home-Office. Hauptziel bleibt auch im dritten Quartal das Remote-Desktop-Protokoll (RDP). Rund 7,1 Millionen Angriffe finden täglich auf Heimarbeiter im DACH-Raum statt. Das ist ein Anstieg von rund 390 Prozent seit März. Auch Angriffe mit Android-Banking-Malware haben im dritten Quartal rasant zugenommen. Ebenso setzen Kriminelle derzeit wieder verstärkt auf Kryptominer. Das sind Ergebnisse aus dem ESET Threat Report für das dritte Quartal 2020, den der europäische IT-Sicherheitshersteller nun veröffentlicht hat.
„Unsere eigenen Umfragen über die Veränderung der Arbeitswelt durch die Corona-Pandemie zeigen, dass rund ein Viertel aller Unternehmen in Deutschland ihre Mitarbeiter zumindest teilweise mit privater Hardware ins Firmen-Netzwerk lassen. Das ist fatal, denn diese Schatten-IT macht die Infrastruktur für Cyberkriminelle offen wie ein Scheunentor“, erklärt Michael Schröder, Security Business Strategy Manager DACH bei ESET. „Ein Zuwachs von 390 Prozent seit März zeigt eindringlich, dass Kriminelle diese Schwäche vieler Unternehmen erkannt haben und diese massiv ausnutzen. Hier müssen IT-Verantwortliche umgehend handeln.“
Über 7,1 Millionen Angriffe täglich auf das RDP-Protokoll
Die Ergebnisse einer aktuellen ESET Umfrage setzen 26 Prozent ihrer Mitarbeiter im Home-Office ganz oder teilweise private Hardware ein. Der Einsatz unbekannter Geräte in einem Unternehmens-Netzwerk stellt ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Cyberkriminelle sind seit März sehr aktiv, um hier Zugriff auf sensible Daten zu erhalten und daraus finanziellen Profit zu schlagen. Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz kam es im September zu durchschnittlich rund 7,1 Millionen Angriffen auf das Remote-Desktop-Protokoll (RDP). Seit März haben diese Angriffe somit um rund 390 Prozent zugenommen.
Die Grafik zeigt den rasanten Anstieg der Angriffe seit März 2020. Quelle: ESET
Android-Banking-Malware mit beunruhigenden Zuwächsen
Das Schadprogramm Cerberus ist seit Juni 2019 bekannt und eine Banking-Malware für das Betriebssystem Android. Ziel der Malware ist der Diebstahl von Banking-Daten. Mit der Aufspaltung der Hacker-Gruppe hinter dem Schadprogramm wurde der Quellcode im August dieses Jahres kostenlos im Internet veröffentlicht. Seitdem kann jeder die Malware für seine eigenen Zwecke nutzen. Ab diesem Zeitpunkt stiegen die Angriffsversuche rasant an.
Wieder im Trend: Kryptominer
Nach dem Klettern des Wechselkurses für die Kryptowährung Bitcoin setzen Angreifer wieder verstärkt auf Kryptominer. Diese Schadprogramme schürfen heimlich Kryptowährungen im Hintergrund. Mit der Corona-Pandemie hat die Aktivität dieser Malware nachgelassen und seit August wieder an Fahrt gewonnen.
Key Facts
Schadensvolumen: Cyberkriminalität verursacht weltweit jährlich Schäden von über 8 Billionen Euro.
Fachkräftemangel: Weltweit fehlen über 3,5 Millionen Cybersecurity-Fachkräfte.
Häufige Fragen
Was sind die häufigsten Cyberbedrohungen für Unternehmen?
Laut BSI-Lagebericht sind Ransomware, Phishing, DDoS-Angriffe und Supply-Chain-Kompromittierungen die häufigsten Bedrohungen. Für deutsche Unternehmen kommen regulatorische Risiken (DSGVO, NIS2) hinzu.
Wie viel sollte ein Unternehmen in Cybersicherheit investieren?
Branchenexperten empfehlen 10 bis 15 Prozent des IT-Budgets für Cybersicherheit. Deutsche Unternehmen liegen laut Bitkom im Durchschnitt bei 14 Prozent. Entscheidend ist nicht nur die Höhe, sondern die strategische Verteilung auf Prävention, Erkennung und Reaktion.
Braucht jedes Unternehmen einen CISO?
Nicht jedes Unternehmen braucht einen Vollzeit-CISO, aber jedes braucht eine klare Verantwortlichkeit für IT-Sicherheit auf Geschäftsführungsebene. KMU können auf einen externen CISO (Virtual CISO) zurückgreifen. Mit NIS2 wird die Management-Verantwortung gesetzlich verankert.
Verwandte Artikel
- DDoS-Angriffe überschreiten 2020 das erste Mal die 10-Millionen-Marke
- Sicher geht auch ohne IT-Abteilung
- secIT by Heise 2026: Die Security-Roadshow für Admins und IT-Verantwortliche
Mehr aus dem MBF Media Netzwerk
Quelle Titelbild: iStock / mikkelwilliam