5. Juni 2019 | Artikel drucken |

Wenn die IT-Sicherheit zur Überforderung wird

Wachsende Cyber-Bedrohungen und technologische Komplexität setzen Security-Entscheider zunehmen unter Druck. Dies führt sogar bis hin zum Burnout! Eine neue Studie besagt, dass rund 82 Prozent der Security-Experten in Deutschland, Frankreich und Großbritannien angaben, sich ausgebrannt zu fühlen. 63 Prozent der Befragten spielten mit dem Gedanken, die Branche zu wechseln wohingegen 64 Prozent über eine Kündigung nachdachten.

Durchgeführt wurde die sogenannte High Alert-Studie von Symantec in Zusammenarbeit mit Dr. Chris Brauer, Director of Innovation, Goldsmiths, University of London, und der Forschungs-Beratung Thread. Hierbei befragte man 3.045 Cyber-Security-Entscheider aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Die Studie soll aufzeigen, wie unter anderem mit den steigenden Gefahren und dem Fachkräftemangel in der Security-Branche umgegangen wird.

Was zeichnete sich als Stressfaktoren aus?

Als größter Stressor werden gesetzliche Regelungen genannt. Hierbei seien vier von fünf Befragte betroffen. Zudem äußerten sich 40 Prozent (davon 42 Prozent in Deutschland), dass sie Angst vor dem persönlichen Verstoß des Datenschutzes hätten.  Als weitere Punkte wurden zu wenig qualifiziertes Personal, einen zu komplexen Verantwortungsbereich und sich stets summierende Gefährdungen genannt.

Ist Stress überwiegend schlecht?

Dr. Chris Brauer erklärt, dass Stress nicht unbedingt gleich als negativ eingeschätzt werden muss. Er habe zwar Auswirkungen auf unsere Denk- und Entscheidungsvorgänge, dennoch sollte man diese auch als positiv einschätzen. Denn „… genau diese genannten Fähigkeiten sind es, die in der Cyber-Security-Branche – beispielsweise bei einem Sicherheitsvorfall – entscheidend sind. Es wird gerade bei stärkstem Druck, die Fähigkeit fokussiert und gleichzeitig kreativ zu denken als auch ein Höchstmaß an der Liebe zum Detail und rationales Handeln gefordert.“ So berichten 92 Prozent (insgesamt und in Deutschland), dass sie durch stressige Arbeitssituationen geradezu motiviert werden und somit das Arbeitsfeld als aufregend sehen. Doch nicht alle sehen das so. 68 Prozent der Probanden, davon 74 Prozent in Deutschland, fühlen sich teilweise wie gelähmt vor lauter Überforderung.

Bevorstehende Schwierigkeiten

Die Herausforderungen sind jedem bewusst: Rasantes Datenwachstum und der zu schnelle technologische Wandel. Anfälligkeit für vermeidbare Cybersicherheitsvorfälle und verminderte Überprüfung von Bedrohungswarnungen in Firmen stellen sich als deren Folgen heraus.  Man hat teilweise nicht die ausreichenden Mittel, um den Bedingungen gerecht zu werden. Dem stimmt auch Darren Thomson, EMEA CTO von Symantec zu: „Mit neuen Technologien kommen aber neue Bedrohungen hinzu und mit jeder neuen Bedrohung wurde ein neuer Abwehrmechanismus entwickelt. Das führt zu einem ewigen Tauziehen zwischen Unternehmen sowie der Security-Branche auf der einen und Hackern auf der anderen Seite. Es wird Zeit, dass Unternehmen einen Schritt in Richtung eines effektiven und umfassenden Cyberabwehr-Konzepts zu gehen.“ Eines sei klar: hohe Arbeitsbelastungen und stressige Arbeitssituationen werden auch in Zukunft dieses Metier auszeichnen.

Titelbild Quelle: Nathan Cowley / pexels

Dieser Beitrag basiert auf einem Beitrag von security-insider.

Hier schreibt Christina Appel für Sie

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