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Praxis & Umsetzung

Angreifer lesen GitLab-Dateien ohne Login

Von Alec Chizhik · 12. September 2026 · 5 Minuten Lesezeit

CISA hat eine Lücke in GitLab Community Edition und Enterprise Edition als ausgenutzt gelistet. Die Frist für zivile US-Bundesstellen endet am 14. September. Wer eine eigene Instanz betreibt, spielt die neuen Builds jetzt ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • CISA listet CVE-2026-85706 als ausgenutzt. Zivile US-Bundesstellen müssen patchen und die Systeme forensisch sichten.
  • GitLab hat am 10. September die Builds 19.3.2, 19.2.6 und 19.1.8 ausgeliefert. GitLab.com und Dedicated laufen bereits auf der festen Fassung.
  • Ein nicht angemeldeter Nutzer kann unter bestimmten Bedingungen beliebige Dateien vom Server lesen. Die Commits-API begrenzte Pfade nicht und prüfte die Anmeldung nicht.
  • WatchTowr sieht Sonden gegen das Honeypot-Netz Attacker Eye. In den Logs stehen POST-Anfragen an die Commits-API mit dem Parameter file.path.

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CISA setzt US-Stellen drei Tage Frist

Die US-Behörde CISA hat am 11. September die Schwachstelle CVE-2026-85706 in den Katalog bekannter ausgenutzter Lücken aufgenommen. Der Eintrag betrifft GitLab Community Edition und Enterprise Edition. CISA spricht von einem Pfadtraversal in der Programmierschnittstelle für Repository-Commits.

Zivile US-Bundesstellen müssen betroffene Systeme bis zum 14. September patchen oder anders schützen. Der Katalog verlangt zusätzlich eine forensische Sichtung. CISA kennzeichnet die Ransomware-Nutzung als unbekannt.

Das kanadische Cyber Centre bestätigt im Hinweis AV26-917 vom 11. September dieselbe Aufnahme. Für deutsche Betreiber gibt es keine vergleichbare Frist, das Risiko ist dasselbe.

Definition · GitLab

Was ist GitLab? Eine Plattform für Quellcode, Builds und Freigaben. Firmen betreiben sie selbst oder nutzen GitLab.com. Wer Dateien vom Server lesen kann, findet oft Tokens, Schlüssel und Pipeline-Geheimnisse.

Die Commits-API liest Dateien ohne Anmeldung

GitLab hat die Lücke am 10. September geschlossen. Unter bestimmten Bedingungen liest ein Nutzer ohne Konto beliebige Dateien vom Server. Die Commits-API begrenzte Pfade nicht.

GitLab stuft die Lücke mit dem Höchstwert 10,0 nach CVSS 3.1 ein. Der Vektor nennt Netzangriff und niedrige Komplexität. Das Opfer muss am Zielsystem nicht interagieren.

Jake Knott, Leiter Threat Intelligence bei WatchTowr, sagt gegenüber SC Media: Für den Zugriff reicht ein öffentliches Projekt auf der Instanz. Typische Ziele sind Dateien mit Zugangsdaten, Schlüsseln und Tokens.

GitLab.com ist gepatcht, selbst betriebene Instanzen noch nicht

GitLab.com läuft bereits auf der gepatchten Fassung. Kunden von GitLab Dedicated müssen nicht handeln. GitLab empfiehlt, alle selbst betriebenen Installationen sofort auf eine der drei festen Versionen zu heben.

Linie Feste Version
18.7 bis vor 19.1.8 19.1.8
19.2 vor 19.2.6 19.2.6
19.3 vor 19.3.2 19.3.2

Quelle: GitLab Critical Patch Release vom 10. September 2026.

WatchTowr registriert Sonden gegen selbst betriebene Instanzen

WatchTowr hat die Lücke reproduziert und sieht Sonden gegen das Honeypot-Netz Attacker Eye. In der Schnellanalyse vom 11. September nannte Knott gegenüber SC Media den Beginn der Sonden um 6 Uhr UTC an diesem Tag.

WatchTowr ordnet HTTP-POST-Anfragen auf Pfade unter /api/v4/projects/{id}/repository/commits/ mit dem Parameter file.path als Hinweis auf Sonden oder Ausnutzung ein.

WatchTowr hält breite Ausnutzung für wahrscheinlich. Die Firma nennt öffentlich erreichbare, selbst betriebene GitLab-Instanzen als vorrangiges Ziel.

Dieselbe Charge schließt eine zweite Lücke

Dieselben Builds schließen CVE-2026-87719. Die Lücke liegt im GraphQL-Serializer für Abonnements und betrifft nur die Enterprise Edition. GitLab setzt 9,9 auf der Skala CVSS an.

Ein angemeldeter Nutzer mit Zugang zu Duo Chat kann darüber Konfiguration und Zugangsdaten der Advanced Search auslesen. CISA hat diese zweite Lücke am 11. September nicht in den Katalog genommen, der Patch vom 10. September deckt aber beide Lücken. Offen bleibt, wie viele selbst betriebene Instanzen vor der US-Frist am 14. September aktualisiert sind.

Häufige Fragen

Jede Frage ist verschlossen. Ein Tippen entriegelt die Antwort.

Betrifft GitLab.com diese Lücke?

Nein. GitLab.com läuft bereits auf der gepatchten Fassung. Kunden von GitLab Dedicated müssen nicht handeln. Die Empfehlung zum sofortigen Upgrade gilt für selbst betriebene Installationen.

Reicht das Update ohne Blick in die Logs?

Für US-Stellen verlangt CISA eine forensische Sichtung. WatchTowr rät, POST-Anfragen an die Commits-API mit dem Parameter file.path zu suchen. Ein fehlender Treffer schließt frühere Sonden nicht aus.

Steht CVE-2026-87719 ebenfalls im KEV-Katalog?

Nein. CISA hat CVE-2026-87719 am 11. September nicht in den Katalog genommen. Die Lücke liegt in derselben GitLab-Charge, braucht ein Konto mit Duo Chat und betrifft nur die Enterprise Edition.

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