30. Oktober 2021 | Artikel drucken | | |

Was tun gegen Angriffe aus dem Netz? Der Cyber-Security-Awareness-Month Oktober

Seit 2004 soll der Oktober als Aktionsmonat auf die wachsende Bedrohung der Cyber-Security von Unternehmen aufmerksam machen. Wieso dieses Thema gerade jetzt besondere Beachtung verdient, zeigt der folgende Beitrag.

Vielleicht hängt die Wahl des Monats Oktober als Cyber-Security-Awareness-Month direkt mit Halloween zusammen, denn auch die Gefahren, denen Unternehmen durch Cyber-Kriminelle und ihre Angriffstaktiken ausgesetzt sind, sind zum Fürchten. Das Jahr 2020 hat diesbezüglich alle Rekorde gebrochen, doch bereits jetzt im Oktober übersteigen die Zahlen der Cyberangriffe des Jahres 2021 die des Vorjahres um 17 Prozent! Dabei steigt nicht nur die Anzahl der Angriffe auf Unternehmensnetzwerke, auch die Komplexität der Attacken nimmt stetig zu. Daher ist es besonders wichtig, nicht nur ein Bewusstsein für die Bedrohung durch Cyberangriffe zu schaffen, sondern den Schutz und die Verteidigungsstrategien qualitativ zu verbessern.

Wie sich Unternehmen gegen Cyberangriffe schützen

Denn das Bewusstsein ist vielerorts bereits vorhanden, besonders aufgrund der hohen Angriffszahlen der letzten Jahre. Aus diesem Bewusstsein folgte jedoch oftmals noch keine entschlossene Reaktion. Dies scheint sich zu ändern, steigen doch die Investitionen in die Cyber-Sicherheit trotz der Corona-bedingten Einschnitte auch in diesem Jahr erneut an, der Branchenverband bitkom vermeldet etwa ein Wachstum von 9,7 Prozent in diesem Bereich. In absoluten Zahlen bedeutet das Ausgaben von 6,2 Milliarden Euro für Hard-, und Software sowie IT-Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland. Bis 2025 sollen die Ausgaben sogar auf 8,9 Milliarden Euro ansteigen. Jedoch reicht es längst nicht aus, allein nur in die Verteidigungsanlagen zu investieren, die Mitarbeitenden aber nicht dementsprechend zu schulen und mit dem nötigen Wissen auszustatten, das sie zur Abwehr der immer komplexeren Angriffe benötigen.

Mehr Aufmerksamkeit für Schulungs- und Weiterbildungsangebote

Die Technik, egal ob Hard- oder Software, kann die beste der Welt sein, sie nützt nichts, wenn der Mensch sie nicht bedienen kann oder durch seine Fehler Cyberkriminellen selbst Tür und Tor öffnet. Daher ist die Schulung und Weiterbildung der eigenen Mitarbeitenden für Unternehmen von größter Wichtigkeit, um sich erfolgreich vor Angriffen auf die eigenen Systeme und Netzwerke zu schützen. Laut Skillsoft steigt seit 2019 daher die Zeit, die Beschäftigte in Unternehmen mit dem Erlernen von neuen Fähigkeiten zur Cyber-Sicherheit verbringen, um 53 Prozent an. Dabei lassen sich besonders nach sicherheitsrelevanten Vorfällen wie großen Datenverlusten bei Unternehmen oder großangelegten Hackerangriffen Spitzen bei der Beschäftigung von Mitarbeitenden mit Themen der Cyber-Security feststellen.

Welche Schulungen besonders genutzt werden

Noch sagen 75 Prozent der IT-Sicherheits-Verantwortlichen, dass ihre Mitarbeitenden nicht ausreichend geschult und ausgebildet sind, um sich und ihr Unternehmen erfolgreich gegen Cyberattacken zu schützen. Vor allem im Bereich der Cloud-Sicherheit bilden sich daher Angestellte weiter, was mit der wachsenden Verbreitung des Home-Office‘ und der Nutzung von Cloud-basierten Anwendungen durch Unternehmen zusammenhängt. Schulungen zu diesem Thema sind derzeit am gefragtesten. Dazu sind vor allem Kurse zum Open Web Application Security Project beliebt.

 

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Quelle Titelbild: Adobe Stock / akuzone

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Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 2004 soll der Oktober als Aktionsmonat auf die wachsende Bedrohung der Cyber-Security von Unternehmen aufmerksam machen.
  • Das Jahr 2020 hat diesbezüglich alle Rekorde gebrochen, doch bereits jetzt im Oktober übersteigen die Zahlen der Cyberangriffe des Jahres 2021 die des Vorjahres um 17 Prozent!
  • Dies scheint sich zu ändern, steigen doch die Investitionen in die Cyber-Sicherheit trotz der Corona-bedingten Einschnitte auch in diesem Jahr erneut an, der Branchenverband bitkom vermeldet etwa e…
  • In absoluten Zahlen bedeutet das Ausgaben von 6,2 Milliarden Euro für Hard-, und Software sowie IT-Sicherheitsdienstleistungen in Deutschland.

Key Facts

Angriffsdauer: Im Durchschnitt bleiben Angreifer 204 Tage unentdeckt im Unternehmensnetzwerk.

Mittelstand im Visier: 43 Prozent aller Cyberangriffe richten sich gegen kleine und mittlere Unternehmen.

Häufige Fragen

Ist die Cloud sicherer als On-Premise?

Nicht automatisch. Cloud-Provider bieten in der Regel bessere physische Sicherheit und Patch-Management, aber die Verantwortung für Konfiguration, Zugriffsmanagement und Datenschutz liegt beim Kunden (Shared Responsibility Model).

Was ist das Shared Responsibility Model?

Cloud-Provider sichern die Infrastruktur (Hardware, Netzwerk, Rechenzentrum), Kunden sichern ihre Daten, Zugriffe und Konfigurationen. Die genaue Aufteilung variiert je nach Service-Modell (IaaS, PaaS, SaaS).

Welche Cloud-Zertifizierungen sollte man beachten?

ISO 27001, SOC 2 Typ II und C5 (BSI) sind die wichtigsten. Für EU-Datenschutz ist zusätzlich relevant, ob der Anbieter Daten innerhalb der EU verarbeitet und dem EU-US Data Privacy Framework unterliegt.

Klaus Hauptfleisch

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