30. September 2020 | Artikel drucken | |

Datenschutz: Großer Teil der Öffentlichkeit weiß wenig über die Nutzung ihrer Daten

Die weltweite Studie von Publicis Sapient zeigt: Mehr als die Hälfte der befragten Nutzer wissen nicht, für welche Zwecke Unternehmen ihre Daten nutzen. Amerikanische Befragte fühlen sich dabei am wohlsten, persönliche Daten preiszugeben.

Das Beratungsunternehmen Publicis Sapient hat vor kurzem eine Studie zur Datenschutzsensibilität der Verbraucher veröffentlicht. Aus der Studie geht hervor, dass mehr als die Hälfte der weltweit Befragen nur wenig Kenntnis darüber haben, wofür Unternehmen ihre Daten nutzen. Nahezu die Hälfte der Befragten aus den fünf beteiligten Ländern ist jedoch davon überzeugt, dass ihre Daten mehr wert sind als die Services, die sie im Gegenzug erhalten.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Data Collection & Consent Studie:

  • 61% der weltweit Befragten wissen fast nichts darüber, was Unternehmen mit ihren Daten machen. Diejenigen, die besser Bescheid wissen, sehen eher den Nutzen darin, dass Unternehmen ihre Daten sammeln.
  • 32% der weltweit Befragten sind eher dazu bereit, ihre Daten mit Unternehmen zu teilen, wenn sie diese leicht wieder löschen können.
  • In fast allen fünf Ländern ist die Mehrheit davon überzeugt, dass Technologien einen positiven Einfluss auf das Leben der Menschen haben. Die Befragten befürchten jedoch, dass die von Unternehmen gesammelten Daten für nachteilige Zwecke genutzt werden könnten. 40% sind der Meinung, dass ihre Daten mehr wert sind als die kostenlosen Services, die sie aktuell erhalten.
  • Je höher der Kenntnisstand, desto eher sind Verbraucher dazu bereit, verschiedene Arten von Daten preiszugeben. 41% der Befragten fühlen sich wohl dabei, Informationen über ihre Rasse und ethnische Zugehörigkeit zu teilen. Aber nur 9% sind bereit, ein von ihrem Land ausgestelltes Identifikationsdokument, beispielsweise eine Sozialversicherungskarte oder einen Führerschein, zu teilen.

Amerikaner sind am freizügigsten

Laut der Studie geht die amerikanische Bevölkerung am unsichersten mit ihren persönlichen Daten um. Quelle iStock / vitacopS

Fast die Hälfte der befragten Amerikaner (44%) fühlt sich am wohlsten dabei, grundlegende persönliche Daten preiszugeben, gefolgt von Australiern (34%) und Briten (32%). Die Befragten aller Länder haben jedoch größere Bedenken, wenn es um die Preisgabe von biometrischen Daten, Identifikationsdokumenten oder IP-Adressen geht. Mit wem sie ihre persönlichen Daten teilen, ist für Deutsche besonders wichtig.

Australier sind am bereitwilligsten, ihre Daten mit Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche und dem Gesundheitswesen zu teilen. Briten sind bezüglich der Preisgabe persönlicher Daten empfindlicher. Mit wem sie ihre Daten teilen, macht für sie jedoch keine großen Unterschied.

 

Max Kirby, Practice Lead für Customer-Data-Plattformen beim Beratungshaus Publicis Sapient: „Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der Vertrautheit mit Daten und der Bereitschaft einer Person, persönliche Informationen preiszugeben. Unsere Studie zeigt, dass sich Datenschutz als eine neue Form der Personalisierung herausbildet. Dies spiegelt sich im Umgang der Unternehmen mit datenschutzsensiblen Kunden im Gegensatz zu Verbrauchern mit niedriger Empfindlichkeit wider. Um den Grad der Datenschutzsensibilität eines Kunden zu ermitteln, müssen dessen Identitäten über mehrere Datenquellen hinweg aufgelöst werden. Möglich wird dies durch eine Customer-Data-Plattform in Verbindung mit einem Consent-Management-System.“

Zur Methodik

Die Umfragedaten des Data Collection & Consent Reports von Publicis Sapient wurden zwischen dem 18. und 30. Juni 2020 in den USA und zwischen dem 24. Juli und 7. August 2020 in Australien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien erhoben. Publicis Sapient beauftragte Ipsos, ein weltweit tätiges Marktforschungsunternehmen, mit der Befragung von 5.007 Erwachsenen ab 18 Jahren aus diesen Märkten.

Quelle Titelbild: iStock / Warchi

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