11. August 2020 | Artikel drucken | |

86 % der Deutschen haben Angst, dass ihre Daten aus Corona-Contact-Tracing missbraucht werden

Neue Studie von Okta zeigt: Verbraucher fühlen sich unwohl dabei, dass ihre Daten für das Contact-Tracing zur Eindämmung der COVID-19 Pandemie erfasst werden. Gleichzeitig sind sie sich aber nicht bewusst, in welchem Umfang Online-Aktivitäten von Unternehmen erfasst werden.

Weltweit gibt es Bemühungen, die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie mithilfe der Erfassung von Smartphone-Daten einzudämmen. Wie stehen Verbraucher in verschiedenen Ländern diesen Maßnahmen gegenüber? Aus der aktuellen Studie „The Cost of Privacy – Report zur Digitalen Identität in 2020“ von Okta geht hervor, dass in Deutschland 81 % der Befragten besorgt sind, dass die Erfassung ihrer Daten zu stark in ihre Privatsphäre und den Datenschutz eingreift. 84 % befürchten, dass ihre Daten nicht sicher sind und 86 % haben Angst, Unternehmen könnten ihre Daten missbrauchen und für andere Zwecke nutzen. Mehr als drei Viertel (81 %) befürchten, dass ihre Daten für personalisierte Werbeanzeigen genutzt werden könnten.

Okta (NASDAQ: OKTA) ist ein führender unabhängiger Anbieter von Identitätslösungen für Unternehmen. Die Studie „The Cost of Privacy – Report zur Digitalen Identität in 2020“ hat die Wahrnehmung des persönlichen Datenschutzes und der Privatsphäre von Verbrauchern im Cyberspace untersucht. Weltweit wurden 12.000 Verbraucher befragt, 2.000 aus Deutschland.

Verbraucher unterschätzen das Datensammeln von Unternehmen

Obwohl das Misstrauen gegenüber der Datenerfassung für das Contact Tracing groß ist, unterschätzen Verbraucher weltweit in welchem Maß Unternehmen ihre Online- und Offline-Aktivitäten tracken. So nehmen beispielsweise 51 % der in Deutschland Befragten an, dass ihre Social-Media-Aktivitäten nicht von den entsprechenden Anbietern getrackt werden und 37 % glauben, dass Online-Händler keine Daten über ihre Kaufhistorie erfassen.

Gestiegenes Bewusstsein für Datenerfassung dank Corona

Die Studie von Okta ergab, dass sich in Deutschland die meisten Verbraucher (83 %) der Bemühungen zur Verfolgung von COVID-19 durch die Datenerfassung per Smartphone bewusst sind. Zudem hat die Pandemie nach eigenen Angaben bei mehr als einem Viertel der Befragten (27 %) das Bewusstsein für die Datenverfolgung geschärft – wahrscheinlich aufgrund von Medienberichten zu diesem Thema.

Verbraucher möchten ihre Daten nicht zu Geld machen

Ein Großteil der deutschen Befragten (94 %) fühlt sich unwohl bei der Vorstellung, dass ihre Daten verkauft werden, insbesondere Browsing-Daten (84 %), Informationen zu Offline-Gesprächen, die zum Beispiel über ein Smart-Gerät mitgehört werden (84 %) sowie biometrische Daten (83 %).

„Die Ironie bei der aktuellen Besorgnis um die Erfassung von Daten für das Contact Tracing besteht darin, dass die Sensibilität abnimmt und die Verbraucher sich der potenziellen Risiken im Zusammenhang mit der Datenerfassung weniger bewusst sind, wenn es nicht mehr direkt um das Thema COVID-19 geht. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, wie viele ihrer Daten gesammelt werden und was die Auswirkungen sind“, kommentiert Marc Rogers, Executive Director of Cybersecurity bei Okta und Organisator der weltweit größten Hacking-Konferenz DEF CON.

Auf die Frage, ob Verbraucher ihre Daten lieber verkaufen oder kostenlos weitergeben würden, geben mehr als 90 % in allen befragten Ländern an, dass sie das Geld nehmen würden. 31 % der Amerikaner würden gerne 100 US-Dollar oder mehr im Gegenzug dafür erhalten, dass Unternehmen auf ihren Browserverlauf oder ihre Social-Media-Daten zugreifen dürfen. Im Fall von Facebook mit 2,5 Milliarden Nutzern ergäbe das in Summe ca. 250 Milliarden Dollar.

 

Quelle Titelbild: iStock / filadendron

Hier schreibt Gianna für Sie

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