9. Oktober 2018 | Artikel drucken | |

Online Privatsphäre-Verfechter müssen gegen negative Klischees kämpfen!

Eine aktuelle Online-Umfrage des VPN-Anbieters HMA! hat jetzt veröffentlicht, dass Menschen, die sich übermäßig um ihre Privatsphäre im Internet bemühen, mit negativen Klischees behaftet sind.

Menschen, die nicht preisgeben wollen, was sie im Internet machen, gelten als unseriöse, paranoide Einzelgänger, die zu allem Überfluss auch noch etwas zu verbergen haben. Eine neue Umfrage von HMA! zeigt, dass Menschen, die auf ihre Privatsphäre im Internet achten, mit reichlich Vorurteilen zu kämpfen haben. Und das obwohl 48 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer der Meinung sind, dass der Schutz der Privatsphäre auch im Internet zu den unabdingbaren Grundrechten gehört.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass einigen Menschen die Privatsphäre im Internet nicht so wichtig ist, denn 12 Prozent der Befragten gaben zu, überhaupt keine Maßnahmen zu ergreifen, um sich zu schützen. Von denjenigen, die etwas unternehmen, verlassen sich mehr als die Hälfte in erster Linie auf den Schutz durch ein streng geheim gehaltenes Passwort.


„Warum fordern wir Privatsphäre außerhalb des Internets, aber begegnen denen, die das auch online möchten, mit Misstrauen? Diese Vorurteile könnten viele Menschen davon abhalten, ihre Privatsphäre im Internet angemessen zu schützen. Somit erleichtern sie Cyberkriminellen den Diebstahl von sensiblen Informationen und ermöglichen, dass Behörden oder andere Organisationen die Nutzer ausspionieren können“, erklärt Brad Poole, Privatsphäre-Experte von HMA!.


Obwohl 83 Prozent der User das Internet privat für legale Aktivitäten nutzen, zeigten sich die Befragten misstrauisch. Das Vorurteil, dass die User nicht preisgeben möchten, was sie im Internet machen bleibt hartnäckig bestehen. Ein Fünftel denkt sogar, dass diese Personen zwangsläufig etwas zu verbergen haben, 18 Prozent stufen diese Personen als unseriös ein und 14 Prozent gehen davon aus, dass es sich um kriminelle Machenschaften handeln könnte.

Zwei weitere Vorurteile sind zum einen, dass die Verfechter der Privatsphäre  als paranoid eingestuft und zu Einzelgängern abgestempelt werden. Und zum anderen, dass ihnen von 43 Prozent unterstellt wird, dass sie ihre Nachbarn ausspionieren. Dies geht soweit, dass über die Hälfte annimmt, dass die Menschen, die sich um mehr Schutz ihrer Online-Privatsphäre bemühen, nicht jugendfreie Inhalte im Internet anschauen.


„Werden die Optionen zum Schutz der Privatsphäre nicht voll ausgeschöpft, opfern wir unsere digitalen Identitäten für mehr Komfort im Internet. Wir müssen gegen die Klischees ankämpfen, mit denen ein verstärkter Schutz der Privatsphäre im Internet offenbar behaftet ist, denn ansonsten entsteht der Eindruck, dass jeder, der das Thema ernst nimmt, das nur tut, weil er etwas zu verbergen hat.“, so Brad Poole.


Um ihre Privatsphäre zu schützen, decken einige Leute ihre Webcam ab oder nutzen den Browser in einem anonymen Modus, verbergen ihren Bildschirm vor anderen Personen und verzichten auf die Nutzung sozialer Medien. Doch gerade einmal 11 Prozent nutzen ein VPN. Dabei kann dieser helfen, die Privatsphäre zu schützen.

 

Quelle Titelbild: unsplash/ Andrew Worley

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